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Der freie Mensch

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Die Herausforderungen der letzten Wochen und Monate und die Reaktionen vieler Menschen darauf haben gezeigt, dass Freiheit nicht für jeden Menschen das höchste Ziel ist. Ayn Rand - eine literarisch philosophische Ikone, die Leben und Freiheit als Einheit sehen, ist mir ihrem Hauptwerk Atlas Shrugged (neuer deutscher Titel Der freie Mensch) die wohl wichtigste Inspiration & Provokation, den eigenen Weg zu finden und mutig zu gehen. 

Der freie Mensch erscheint im Sommer 2021 in neuer deutscher Übersetzung durch den Verlag aynrand.jetzt, der von Uwe Albrecht (innerwise) und Jakob Albrecht (mediale) ins Leben gerufen wurde. Die große Reise beginnt. Deine Reise mit Ayn Rand, die dein Leben verändern wird und zur Befreiung führt.

 Ausschnitt aus dem ersten Kapitel:

Das Thema

„Wer ist John Galt?" Im abnehmenden Licht konnte Eddie Willers das Gesicht des Penners kaum erkennen. Der Penner hatte einfach vor sich hin gesprochen, ohne jeden Nachdruck. Aber die niedrige Abendsonne am Ende der Straße ließ seine Augen gelblich aufblitzen, und diese Augen sahen Eddie Willers direkt an, spöttisch und ruhig – als gelte die Frage dem grundlosen Unbehagen, das er empfand. „Warum haben Sie das gesagt?", fragte Eddie Willers nervös. Der Penner lehnte im Schatten eines Hauseingangs. In einer Zacke der zerbrochenen Scheibe hinter ihm spiegelte sich der metallene Glanz des Himmels. „Was kratzt es dich?", fragte er zurück. „Tut es nicht", schnappte Eddie Willers. Er griff schnell in die Tasche. Der Penner hat ihn angesprochen und um einen Dollar gebettelt, dann aber weiter auf ihn eingeredet. Als wolle er einfach Zeit totschlagen und damit die Probleme des nächsten Augenblicks vor sich her schieben. In diesen Tagen wurde man so oft auf den Straßen um einen Dollar angebettelt, dass man sich die Gründe nicht mehr anhören wollte. Er hatte keine Lust zu erfahren, welches persönliche Schicksal diesen Penner in die Verzweiflung trieb. „Geh und kauf dir einen Kaffee", sagte er und gab der Gestalt ohne Gesicht seinen Dollar. „Danke, Sir", sagte die Stimme teilnahmslos, und der Kopf beugte sich einen Moment aus dem Schatten. Es war ein windgebräuntes Gesicht mit scharfen Linien der Erschöpfung und zynischer Resignation; die Augen zeigten Intelligenz. 

Eddie Willers ging weiter. Er überlegte, warum er es immer um diese Tageszeit empfand, dieses grundlose Gefühl von Angst. Nein, dachte er, keine Angst, es gab nichts zu fürchten: nur diese immense, diffuse Besorgnis ohne Anlass und ohne jeden Bezug. Er hatte sich an das Gefühl gewöhnt, aber er fand keine Erklärung dafür. Der Penner hatte auf eine Art gesprochen, als wisse er, was Eddie empfand, als dächte er, man müsse sich so fühlen: als würde er den Grund dafür kennen. Eddie Willers drückte in bewusster Selbstdisziplin den Rücken durch und hob die Schultern. Ich muss damit aufhören, dachte er; ich fange schon an mir Dinge einzubilden. 

Hatte er dieses Unbehagen schon immer empfunden? Er war zweiunddreißig Jahre alt. Er versuchte sich zu erinnern. Nein, das hatte er nicht; aber ihm fiel nicht ein, wann es angefangen hatte. Das Gefühl befiel ihn plötzlich und in unregelmäßigen Abständen, in der letzten Zeit immer häufiger. Es ist die Dämmerung, sagte er sich. Ich kann dieses Zwielicht nicht ausstehen. Die Wolken und die Türme der Hochhäuser wurden bräunlich wie ein altes Ölgemälde, die Farben eines vergilbten Alten Meisters. Lange Schmutzstreifen zogen sich von den Dachzinnen an den rußverklebten Fassaden herunter. Hoch oben an einem der Türme erstreckte sich ein Riss wie ein bewegungsloser Blitz über zehn Stockwerke. 

Über den Dächern reckte sich ein gezackt wirkendes Objekt in den Himmel; es war der Teil einer Turmspitze, in der sich noch der Schimmer des Sonnenuntergangs spiegelte, während die Vergoldung zum größeren Teil schon abblätterte. Das Schimmern war rot und ruhig wie der Schein eines Feuers: keines flammenden Feuers, sondern ein ausglühendes, das man nicht wieder entfachen konnte. Nein, dachte Eddie Willers, es gab nichts Beunruhigendes am Anblick der Skyline. Die Stadt sah aus, wie sie immer ausgesehen hatte. Er ging weiter und merkte, dass er für den Rückweg ins Büro spät dran war. Er mochte nicht, was er dort bei seiner Rückkehr zu erledigen hatte, aber es musste getan werden. Also wollte er es nicht hinauszögern und beschleunigte seine Schritte.


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Ich bin Uwe Albrecht

Nichts weiter als ein Suchender nach dem Sinn des Lebens. So wie wir alle.
Wenn ich auf mein Leben bisher zurückschaue, erkenne ich den großen Sinn aller Erfahrungen und Lebensgeschichten.

Alles hatte seinen Sinn. Denn wenn es den nicht hätte, wäre es ja überhaupt sinnlos, dass ich überhaupt existiere.
(So hat es Burkhardt Heim gesagt.)

Es ist mir eine Freude, meine Suche, Gedanken, Zweifel, Erkenntnisse, Freuden und Lebensschritte hier mit euch zu teilen.

Ich stehe hier nackt vor euch, denn zu verbergen habe ich nichts.

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